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Lexikon

Räumungsklage

Die Räumungsklage ist eine Klage des Vermieters, mit der er die Herausgabe der Wohnung gerichtlich durchsetzt, wenn der Mieter nicht freiwillig auszieht. Sie setzt in der Regel eine wirksame Kündigung voraus und führt zu einem Urteil, aus dem vollstreckt werden kann.

Räumungsklage
Kurzantwort

Die Räumungsklage ist die gerichtliche Klage des Vermieters auf Herausgabe der Wohnung. Sie setzt in der Regel eine wirksame Kündigung voraus. Die Kündigungsfrist richtet sich nach § 573c BGB (Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch, Stand 21.10.2026).

Was bedeutet Räumungsklage im Mietrecht?

Die Räumungsklage richtet sich gegen den Mieter, der die Wohnung nach dem Ende des Mietverhältnisses nicht herausgibt. Mit ihr verlangt der Vermieter ein Urteil, das den Mieter zur Rückgabe verpflichtet. Sie ist der gerichtliche Weg, wenn eine freiwillige Rückgabe ausbleibt.

Die Klage ist kein Ersatz für die Kündigung. Der Vermieter muss zuerst das Mietverhältnis wirksam beenden. Erst danach kann er die Herausgabe der Wohnung gerichtlich verlangen.

Wodurch unterscheidet sich die Räumungsklage von der Kündigung?

Die Kündigung ist eine einseitige Erklärung, mit der das Mietverhältnis endet. Die Räumungsklage ist ein Gerichtsverfahren, das die Herausgabe durchsetzt. Ohne wirksame Kündigung scheitert die Räumungsklage in der Regel.

Der Mieter behält nach der Kündigung noch ein Recht zum Verbleiben bis zum Ende der Frist. Die Klage darf deshalb nicht zu früh erhoben werden, sonst fehlt das Rechtsschutzbedürfnis.

Welches Beispiel zeigt den Ablauf bis zur Räumungsklage?

Ein Vermieter kündigt eine Wohnung, und die Kündigung muss spätestens am dritten Werktag eines Monats zugehen. Sie wirkt dann zum Ende des übernächsten Monats (§ 573c Abs. 1 BGB, Stand 21.10.2026). Erst nach Ablauf dieser Frist kann der Vermieter eine Räumungsklage erheben, wenn der Mieter nicht auszieht.

Für Vermieter verlängert sich die Frist nach fünf und nach acht Jahren seit Überlassung um jeweils drei Monate (§ 573c Abs. 1 BGB, Stand 21.10.2026). Die Länge der Frist bestimmt also den frühesten Zeitpunkt der Klage.

Kündigungsfrist als Grundlage der Räumungsklage, Quelle: BGB § 573c, Stand 21.10.2026
RegelFundstelle
Zugang spätestens am dritten Werktag eines Monats§ 573c Abs. 1 BGB
Wirkung zum Ende des übernächsten Monats§ 573c Abs. 1 BGB
Verlängerung für Vermieter nach fünf und acht Jahren um je drei Monate§ 573c Abs. 1 BGB

Welche Begriffe gehören zur Räumungsklage?

Begriffe
  • Herausgabe: Rückgabe der Wohnung an den Vermieter mit allen Schlüsseln.
  • Kündigung: einseitige Erklärung, mit der das Mietverhältnis endet.
  • Rechtsschutzbedürfnis: Notwendigkeit einer Klage, die nur bei abgelaufener Frist besteht.
  • Vollstreckung: zwangsweise Durchsetzung eines Urteils durch Gerichtsvollzieher.
  • Urteil: gerichtliche Entscheidung, die die Herausgabe anordnet.

Häufige Fragen zur Räumungsklage

Kann der Vermieter ohne Kündigung klagen?

In der Regel nicht. Die Räumungsklage setzt eine wirksame Beendigung des Mietverhältnisses voraus. Ohne Kündigung fehlt die Grundlage für die Herausgabe.

Wie lange vor der Klage muss gekündigt sein?

Die Kündigung muss bis zum Ablauf der Frist nach § 573c BGB wirken. Die Frist beträgt je nach Dauer des Mietverhältnisses unterschiedlich lang (Stand 21.10.2026).

Darf der Mieter nach der Kündigung wohnen bleiben?

Bis zum Ende der Kündigungsfrist darf der Mieter wohnen bleiben. Erst danach kann der Vermieter die Herausgabe gerichtlich verlangen.

Quellen

Bürgerliches Gesetzbuch, § 573c, abgerufen unter https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__573c.html, Stand 21.10.2026.

Hinweis

Dieser Text dient der allgemeinen Information zur Räumungsklage und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Wer eine Klage erhält, wendet sich an den Mieterverein oder eine Fachanwältin beziehungsweise einen Fachanwalt für Mietrecht. Der Stand der Gesetzestexte ist 21.10.2026.

Weiterführend lesen Sie den Ratgeber Kündigungsfrist im Mietvertrag berechnen: Mieter und Vermieter, den Pillar Mietprobleme lösen: Mieterhöhung, Mängel, Kündigung und Eigenbedarf und den Glossarbegriff Eigenbedarf. Alle Begriffe finden Sie im Lexikon.

Häufige Fragen

Kann der Vermieter ohne Kündigung auf Räumung klagen?

In der Regel nicht. Die Räumungsklage setzt eine wirksame Beendigung des Mietverhältnisses voraus, meist durch Kündigung.

Wie lange vor der Räumungsklage muss gekündigt sein?

Die Kündigung muss bis zum Ablauf der Frist nach § 573c BGB wirken. Die Frist hängt von der Dauer des Mietverhältnisses ab (Stand 21.10.2026).

Darf der Mieter nach der Kündigung wohnen bleiben?

Bis zum Ende der Kündigungsfrist darf der Mieter wohnen bleiben. Erst danach kann der Vermieter die Herausgabe gerichtlich verlangen.

Hinweis

Keine Rechtsberatung: Der Inhalt ersetzt keine Prüfung im Einzelfall durch Mieterverein oder Fachanwalt. Datenquellen und Stand stehen an jeder Tabelle.

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