Lexikon
Schönheitsreparaturen
Schönheitsreparaturen sind Maßnahmen wie Streichen der Wände, Tapezieren und Lackieren von Türen und Heizkörpern, die der Mieter während der Mietzeit durchführt. Ob er sie schuldet, regelt allein der Mietvertrag, und ihre Wirksamkeit ist vom Vertragstext abhängig.

Schönheitsreparaturen sind Arbeiten wie Streichen, Tapezieren und Lackieren in der Wohnung. Ob der Mieter sie schuldet, bestimmt allein der Mietvertrag. Eine Klausel, die den Mieter unangemessen benachteiligt, ist unwirksam, und das Gesetz verlangt eindeutige Regeln (Quelle: Bürgerliches Gesetzbuch, Stand 21.10.2026).
Was zählt zu den Schönheitsreparaturen?
Schönheitsreparaturen sind Arbeiten, die das Erscheinungsbild der Wohnung erhalten. Dazu zählen das Streichen oder Tapezieren der Wände und Decken, das Lackieren von Türen, Fenstern und Heizkörpern sowie das Reinigen von Fußböden. Sie unterscheiden sich von größeren Reparaturen, die die Substanz der Wohnung betreffen.
Die Abgrenzung ist im Mietrecht wichtig, weil nur die Schönheitsreparaturen typischerweise dem Mieter übertragen werden können. Reparaturen an Leitungen, Dach oder Fenstern bleiben Sache des Vermieters, sofern der Mietvertrag nichts anderes wirksam regelt.
Wodurch unterscheidet sich die Schönheitsreparatur von der Instandsetzung?
Die Schönheitsreparatur betrifft die Oberfläche und die Optik der Wohnung. Die Instandsetzung betrifft die Funktion und die Substanz, etwa eine defekte Heizung oder eine undichte Leitung. Beide Arten von Arbeiten haben unterschiedliche Verantwortliche und unterschiedliche Regeln.
Wer die Trennung nicht beachtet, riskiert eine Klausel, die im Streitfall nicht hält. Der Mietvertrag muss die Pflichten klar benennen, damit der Mieter weiß, was er schuldet.
Welches Beispiel zeigt die Verjährung bei Schönheitsreparaturen?
Ersatzansprüche des Vermieters wegen Verschlechterung der Mietsache verjähren nach § 548 Abs. 1 BGB sechs Monate nach der Rückgabe der Wohnung (Stand 21.10.2026). Hat der Vermieter Renovierungsschäden, muss er seine Ansprüche also innerhalb dieser Frist geltend machen. Das Übergabeprotokoll hält den Tag der Rückgabe fest.
Der Mieter kann Aufwendungsersatz nach § 548 Abs. 2 BGB ebenfalls innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Mietverhältnisses geltend machen (Stand 21.10.2026). Die Frist gilt damit auf beiden Seiten.
| Anspruch | Fundstelle | Frist |
|---|---|---|
| Ersatz wegen Verschlechterung des Vermieters | § 548 Abs. 1 BGB | sechs Monate nach Rückgabe |
| Aufwendungsersatz des Mieters | § 548 Abs. 2 BGB | sechs Monate nach Ende des Mietverhältnisses |
Welche Begriffe gehören zu den Schönheitsreparaturen?
- Streichen: Anstrich von Wänden und Decken in der Wohnung.
- Tapezieren: Anbringen oder Entfernen von Wandbelägen.
- Lackieren: Behandlung von Türen, Fenstern und Heizkörpern mit Anstrich.
- Instandsetzung: Reparatur der Substanz, etwa von Leitungen oder Heizung.
- Renovierungsklausel: Vertragsregel, die die Pflichten des Mieters festlegt.
Häufige Fragen zu Schönheitsreparaturen
Muss der Mieter die Wohnung immer renovieren?
Nicht zwingend. Die Pflicht ergibt sich nur aus dem Mietvertrag. Fehlt eine wirksame Regelung, trägt der Vermieter die Kosten für Schönheitsreparaturen.
Was passiert mit einer unwirksamen Klausel?
Eine Klausel, die den Mieter unangemessen benachteiligt, ist unwirksam. Dann entfällt die Pflicht des Mieters, und die Kosten bleiben beim Vermieter.
Wann müssen Ansprüche des Vermieters geltend gemacht werden?
Ersatzansprüche wegen Verschlechterung verjähren sechs Monate nach der Rückgabe der Wohnung (§ 548 Abs. 1 BGB, Stand 21.10.2026).
Quellen
Bürgerliches Gesetzbuch, § 548, abgerufen unter https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__548.html, Stand 21.10.2026.
Dieser Text dient der allgemeinen Information zu Schönheitsreparaturen und ersetzt keine Prüfung der konkreten Vertragsklausel. Bei Streit um Renovierungspflichten hilft der Mieterverein oder eine Fachanwältin beziehungsweise ein Fachanwalt für Mietrecht. Der Stand der Gesetzestexte ist 21.10.2026.
Weiterführend lesen Sie den Ratgeber Renovieren beim Auszug: Was Mieter wirklich tun müssen, den Pillar Mietvertrag und Kaution: Worauf Mieter vor der Unterschrift achten und den Glossarbegriff Wohnungsübergabeprotokoll. Alle Begriffe finden Sie im Lexikon.
Häufige Fragen
Muss der Mieter die Wohnung immer renovieren?
Nicht zwingend. Die Pflicht ergibt sich nur aus dem Mietvertrag. Fehlt eine wirksame Regelung, trägt der Vermieter die Kosten für Schönheitsreparaturen.
Was passiert mit einer unwirksamen Renovierungsklausel?
Eine Klausel, die den Mieter unangemessen benachteiligt, ist unwirksam. Dann entfällt die Pflicht des Mieters zur Renovierung.
Wann muss der Vermieter Ansprüche wegen Renovierungsschäden geltend machen?
Ersatzansprüche wegen Verschlechterung verjähren nach § 548 Abs. 1 BGB sechs Monate nach der Rückgabe der Wohnung (Stand 21.10.2026).
Keine Rechtsberatung: Der Inhalt ersetzt keine Prüfung im Einzelfall durch Mieterverein oder Fachanwalt. Datenquellen und Stand stehen an jeder Tabelle.