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Lexikon

Nettokaltmiete

Die Nettokaltmiete ist der Mietpreis einer Wohnung ohne alle Nebenkosten, also ohne Betriebskosten, Heizkosten und Warmwasser.

Nettokaltmiete
Kurzantwort

Die Nettokaltmiete ist der Mietpreis einer Wohnung ohne alle Nebenkosten. Sie umfasst weder Betriebskosten noch Heizkosten. Die amtliche Statistik nutzt diesen Begriff für Vergleiche zwischen Regionen. Im Zensus 2022 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 7,28 Euro je Quadratmeter und Monat (Haufe zu Destatis-Zensus 2022, Stand 25.06.2024).

Wodurch unterscheidet sich die Nettokaltmiete von der Bruttomiete?

Die Nettokaltmiete steht am Anfang der Mietberechnung. Die Bruttomiete umfasst sie zusammen mit den Nebenkosten, also Betriebskosten und Heizkosten. Die Warmmiete umfasst die Kaltmiete zuzüglich Heizkosten und Warmwasser. Bruttomiete und Warmmiete meinen in der Praxis oft dasselbe. Der Mietvertrag benennt die Bestandteile genau.

Für die Mieterhöhung zählt die Nettokaltmiete als Ausgangsgröße. Die Vergleichsmiete bemisst sich nach üblichen Entgelten für vergleichbare Wohnungen, die in den letzten sechs Jahren vereinbart oder geändert wurden (BGB § 558 Abs. 2, Stand 21.10.2026). Die Kappungsgrenze begrenzt eine Erhöhung innerhalb von drei Jahren auf höchstens 20 Prozent (BGB § 558 Abs. 3, Stand 21.10.2026).

Nebenkosten lassen sich nicht über die Nettokaltmiete abrechnen. Sie werden über die jährliche Abrechnung verteilt, die dem Mieter spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen muss (BGB § 556 Abs. 3, Stand 21.10.2026).

Welches Beispiel zeigt die Nettokaltmiete?

Das Zensus-Beispiel zeigt die Nettokaltmiete im Ländervergleich. In Sachsen-Anhalt lag der Durchschnitt bei 5,38 Euro je Quadratmeter und Monat, in München bei 12,89 Euro je Quadratmeter und Monat (Haufe zu Destatis-Zensus 2022, Stand 25.06.2024). Der bundesweite Mittelwert lag bei 7,28 Euro je Quadratmeter.

Für eine Wohnung mit 90 Quadratmetern ergibt die Rechnung rechnerisch 655,20 Euro Nettokaltmiete im Bundesdurchschnitt. In München sind es 1.160,10 Euro, in Sachsen-Anhalt 484,20 Euro je Monat.

Welche Begriffe gehören zur Nettokaltmiete?

  • Kaltmiete bezeichnet die Miete ohne Heiz- und Betriebskosten im Mietvertrag.
  • Betriebskosten umfassen laufende Kosten wie Wasser, Grundsteuer und Hausreinigung.
  • Heizkosten decken Wärme und Warmwasser für die Wohnung ab.
  • Mietspiegel weist die ortsübliche Vergleichsmiete je Kreis oder Gemeinde aus.
  • Zensus liefert die amtliche Erhebung, aus der Durchschnittswerte stammen.

Im Mietspiegel steht der Begriff für die Vergleichbarkeit. Beim Lesen eines Mietspiegels prüfen Sie, ob die Angabe auf Nettokaltmiete oder Kaltmiete lautet.

Häufige Fragen zur Nettokaltmiete

Was ist der Unterschied zwischen Nettokaltmiete und Kaltmiete?

Beide Begriffe meinen in der Praxis dieselbe Grundmiete ohne Nebenkosten. Die Nettokaltmiete wird vor allem in Statistiken und im Mietspiegel verwendet.

Wie hoch ist die Nettokaltmiete im Bundesdurchschnitt?

Im Zensus 2022 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 7,28 Euro je Quadratmeter und Monat. Der Stichtag der Erhebung war der 15.05.2022 (Haufe zu Destatis-Zensus 2022, Stand 25.06.2024).

Lässt sich die Nettokaltmiete auf die Nebenkosten umlegen?

Nein. Nebenkosten stehen getrennt von der Nettokaltmiete im Vertrag und werden über die Betriebskostenabrechnung verteilt. Die Abrechnung muss innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums zugehen (BGB § 556 Abs. 3, Stand 21.10.2026).

Checkliste
  • Nettokaltmiete aus dem Mietvertrag ablesen.
  • Nettokaltmiete durch die Wohnfläche teilen, um den Quadratmeterpreis zu erhalten.
  • Quadratmeterpreis mit dem Mietspiegel des Kreises vergleichen.

Den Zusammenhang der Miete im Überblick erklärt der Pillar Miete und Mietspiegel. Zur Abgrenzung dient das Lexikon-Stichwort Kaltmiete. Für praktische Schritte bei Erhöhungen lesen Sie den Ratgeber Mieterhöhung maximal: Kappungsgrenze und Vergleichsmiete einfach erklärt.

Hinweis

Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Für eine verbindliche Einschätzung Ihres Mietvertrags wenden Sie sich an einen Mieterverein oder an eine Fachanwältin beziehungsweise einen Fachanwalt für Mietrecht. Zahlen stammen aus der amtlichen Statistik mit dem angegebenen Stand.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Nettokaltmiete und Kaltmiete?

Beide Begriffe bezeichnen in der Praxis die Grundmiete ohne Nebenkosten. Die Nettokaltmiete wird vor allem in Statistiken und im Mietspiegel verwendet.

Wie hoch ist die Nettokaltmiete im Bundesdurchschnitt?

Im Zensus 2022 lag die durchschnittliche Nettokaltmiete bei 7,28 Euro je Quadratmeter und Monat. Der Stichtag war der 15.05.2022, veröffentlicht am 25.06.2024.

Lässt sich die Nettokaltmiete auf die Nebenkosten umlegen?

Nein. Nebenkosten stehen getrennt im Vertrag und werden über die Betriebskostenabrechnung verteilt, die dem Mieter binnen zwölf Monaten zugehen muss.

Hinweis

Keine Rechtsberatung: Der Inhalt ersetzt keine Prüfung im Einzelfall durch Mieterverein oder Fachanwalt. Datenquellen und Stand stehen an jeder Tabelle.

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